Alarmzeit
13.07.2026, 19:49 Uhr
Alarmstichwort
UNW - Unwetter
Einsatzort
Heidenau
Im Einsatz
FF Heidenau, Dohren, Tostedt, Todtglüsingen, Wistedt, Otter, Kampen
Einsatzleiter
Überörtliche Führungskraft Manuel Poppe
Eingesetzte Kräfte
Rund 100
Am Montagabend gegen 19:45 Uhr kam es über der Ortschaft Heidenau zu einem sehr schwerem Unwetter mit extremen Hagelschauern. Die Gewitterfront die aus Richtung Nordwest über den Ort zog regnete über Heidenau ab und hinterließ unzählige beschädigte Gebäude und PKW.
Um 19:49 Uhr alarmierte die Rettungsleitstelle im Winsener Kreishaus die Ortsfeuerwehr Heidenau unter dem Alarmstichwort TH1 – Gegenstände drohen zu fallen. Die ersten ehrenamtlichen Einsatzkräfte der Ortswehr konnten zum Teil ihre PKW nicht erreichen, da durch die tennisballgroßen Hagelkörner ein Verlassen der Haustür ohne massive Eigengefährdung nicht möglich war. Bereits aus der ersten Rückmeldung der Einsatzkräfte vor Ort nur wenige Minuten nach der Alarmierung ging hervor, dass der Ort großteilig betroffen war. PKW standen mit zerborstenen Scheiben an den Straßenrändern, die Straßen selbst waren mit Laub und Ästen übersät. Parallel hierzu machte sich das Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug der Ortsfeuerwehr Tostedt auf den Weg nach Heidenau zu einem weiteren Unwettereinsatz.
Aufgrund der Situation vor Ort wurde nach Absprache des Gemeindebrandmeisters Sven Bauer mit der Rettungsleitstelle im Winsener Kreishaus umgehend die kommunale Einsatzleitung (KEL) alarmiert, welche die Disposition und Planung der Einsatzmittel sowie die Priorisierung der Einsätze bei Unwetterereignissen vornimmt. Binnen weniger Minuten liefen immer mehr Notrufe über die Notrufnummer 112 in der Einsatzleitzentrale auf. Insbesondere vom Hagel beschädigte und durchschlagene Dächer und Fenster wurden gemeldet.
Um dem Einsatzaufkommen nachzukommen wurden durch die KEL initial die Ortswehren Todtglüsingen, Dohren, Otter, Wistedt und Kampen hinzualarmiert, zu diesem Zeitpunkt waren bereits rund 20 Einsätze offen. Zur Erkundung wurde die überörtliche Führungskraft Manuel Poppe als Einsatzleiter mit dem Kommandowagen entsandt. Bereits auf der Anfahrt nach Heidenau standen unzählige beschädigte PKW an den Straßenrändern, Bäume waren teils entblättert. Ein im Ferienzentrum Heidenau befindliches Zeltlager war glücklicherweise bereits geräumt worden.
Vor Ort zeigte sich dann ein in dieser Form nicht alltägliches Schadensbild: Unzählige Dächer im gesamten Ort waren durch die Hagelkörner beschädigt und durchschlagen worden, das Wasser stand auf den Straßen und ein Befahren der Straßen war aufgrund des Unwetters nur schwierig möglich. Mehrere Dächer waren undicht und Wasser drang in die Häuser oder auch Gebäude ein. Unter anderem wurde die Sporthalle der Grundschule sowie die Grundschule selbst vom Hagel getroffen und die Dachbedeckungen beschädigt und teils zerstört. Beide Gebäude erlitten Wasserschäden.
In kurzer Folge wurden durch die ehrenamtlichen Einsatzkräfte der Feuerwehren die Lagen vor Ort erkundet, seitens der Feuerwehr konnten jedoch keine sichernden Maßnahmen an den Gebäuden durchgeführt werden, sodass letztlich die Feuerwehren nicht originär tätig werden konnten. Zwei angeforderte Rettungswagen konnten beidrehen.
Insgesamt wurden am Montagabend durch die Feuerwehr der Samtgemeinde Tostedt 37 Einsätze binnen drei Stunden von rund 100 ehrenamtlichen Einsatzkräften abgeleistet. Vor Ort machte sich auch Samtgemeindebürgermeister Dr. Peter Dörsam ein Bild der Lage, der hierfür seinen Urlaub abbrach. Bereits in der Nacht sicherten erste Dachdeckerunternehmen die beschädigten Häuser gegen eindringendes Wasser.
Fotos: Carsten Löll, Feuerwehr Heidenau




