Großbrand einer Autowerkstatt im Zentrum Tostedts
Alarmzeit
10.06.2026, 11:27 Uhr
Alarmstichwort
F4-Y - Brennt Werkstatt, Menschenleben in Gefahr
Einsatzort
Tostedt, Bahnhofstraße
Im Einsatz
Feuerwehren Tostedt, Todtglüsingen, Wistedt, Kakenstorf, Heidenau, Dohren, Otter, Kampen, Buchholz, Sprötze, Hollenstedt, Hörsten, FTZ LK Harburg, Kreisfeuerwehr, Polizei, Rettungsdienst
Einsatzleiter
Sven Bauer, Gemeindebrandmeister Tostedt
Eingesetzte Kräfte
Rund 120
/// Fotos folgen ///
Aus bislang ungeklärter Ursache kam es am Mittwochmorgen gegen 11:25 Uhr zu einem Feuer in einer Tostedter Autowerkstatt in der Bahnhofstraße. Aufmerksame Zeugen bemerkten eine Rauchentwicklung und alarmierten umgehend unter der europaweit einheitlichen Notrufnummer 112 die Rettungsleitstelle im Winsener Kreishaus.
Aufgrund des Meldebildes wurde durch den diensthabenden Disponenten um 11:27 Uhr die Feuerwehr Tostedt sowie das Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug der Feuerwehr Wistedt zu einem gemeldeten brennenden PKW an die Einsatzstelle entsandt. Noch vor dem Ausrücken, nur wenige Sekunden nach der Alarmierung, wurde das Einsatzstichwort auf F2-Y – Brennt Werkstatt mit Menschenleben in Gefahr – erhöht und zusätzlich die Feuerwehren Wistedt und Todtglüsingen alarmiert. Zusätzlich zu den Kräften der Feuerwehr wurden ferner ein Notarzteinsatzfahrzeug sowie zwei Rettungswagen des Deutschen Roten Kreuzes alarmiert.
Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte nur wenige Minuten nach der Alarmierung, quoll bereits dichter Rauch aus dem Werkstattgebäude, offene Flammen waren erkennbar. Da zu diesem Zeitpunkt noch unklar war, ob sich Menschen im Gebäude befinden, wurde das Gebäude umgehend erkundet und im Anschluss eine Riegelstellung zum nicht betroffenen Wohngebäude errichtet, um eine Ausbreitung des Feuers zu verhindern. Aufgrund der erheblichen Brandentwicklung mit mehrfachen Rauchgasdurchzündungen wurden im weiteren Verlauf die Feuerwehren Heidenau sowie Kakenstorf alarmiert und das Einsatzstichwort auf F3-Y erhöht. In kurzer Folge wurden nach einer weiteren Erhöhung des Alarmstichworts auf F4-Y die Feuerwehren aus Otter, Dohren und Kampen alarmiert, um weitere Atemschutzgeräteträger an die Einsatzstelle zu führen und die Löschmaßnahmen zu unterstützen.
Durch den gezielten Einsatz konnte ein Übergreifen der Flammen auf den Wohnbereich des Gebäudes verhindert werden. Während die Werkstatt sowie angrenzende Lager- und Büroräume durch das Feuer zerstört wurden, konnte der Wohnbereich gehalten werden. Durch den massiven Kräfteansatz konnte die Brandausbreitung begrenzt und das Feuer nach mehreren Stunden unter Kontrolle gebracht werden.
Aufgrund der starken Rauchentwicklung mussten durch die Feuerwehr in einem weiteren Einsatzabschnitt mehrere Gebäude evakuiert werden. Aus diesem Grund wurde durch die Leitstelle das Stichwort MANV7 ausgelöst, um die betroffenen Bewohner einer Einrichtung zum betreuten Wohnen zu versorgen. Diese wurden auf dem Parkplatz eines nahegelegenen Kaufhauses durch die Kräfte des Rettungsdienstes betreut. Weiterhin musste ein weiteres angrenzendes Wohn- und Geschäftsgebäude evakuiert werden.
Zur Sicherstellung ausreichender Atemschutzgeräteträger vor Ort wurden zusätzlich die Feuerwehren aus Hollenstedt sowie Sprötze alarmiert. Weiterhin wurde die Drehleiter der Feuerwehr Buchholz gemeinsam mit dem Buchholzer Tanklöschfahrzeug bereits frühzeitig alarmiert, um zusätzlich zur Tostedter Drehleiter das Feuer auch von oben bekämpfen zu können.
Bedingt durch die enorme Brandintensität und den damit verbundenen hohen Löschwasserbedarf musste die Feuerwehr Otter eine Wasserförderung aus zwei weiter entfernten Unterflurhydranten aufbauen, um eine ausreichende Wasserversorgung für die Brandbekämpfung sicherzustellen. Seitens der Kreisfeuerwehr kamen sowohl der Abrollbehälter Atemschutz mitsamt der betreuenden Feuerwehr Hörsten zum Einsatz als auch der Abrollbehälter Geräte, um benutzte Schläuche direkt an der Einsatzstelle austauschen zu können. Beide Abrollbehälter wurden durch die Feuerwehrtechnische Zentrale des Landkreises an den Einsatzort gebracht.
Da im Bereich Tostedt alle Feuerwehren im Einsatz waren wurde die Feuerwehr Handeloh aus dem Osten der Samtgemeinde zur Wachbesetzung des Feuerwehrhauses Tostedt in Bereitstellung alarmiert, um mögliche Paralleleinsätze im nördlichen und westlichen Bereich der Samtgemeinde Tostedt adäquat bedienen zu können.
Während der Einsatzmaßnahmen waren in Spitzenzeiten rund 120 ehrenamtliche Einsatzkräfte der Feuerwehr unter der Leitung des Gemeindebrandmeisters Sven Bauer im Einsatz. Die Polizei war mit mehreren Streifenwagen und Beamten vor Ort und übernahm die Ermittlungen zur Brandursache. Aufgrund des Einsatzes musste die Tostedter Bahnhofstraße für rund sechs Stunden voll gesperrt werden, der Verkehr wurde innerörtlich umgeleitet.
Bei dem Einsatz wurden ein Feuerwehrmann sowie eine Passantin leicht verletzt und durch den Rettungsdienst versorgt. Angaben zur Schadenshöhe liegen derzeit nicht vor, die Ermittlungen zur genauen Brandursache dauern an.
